Johann Georg Dominikus von Linbrun (GND 119104067)
Daten | |
Nachname | von Linbrun |
Vorname | Johann Georg Dominikus |
GND | 119104067 ( DNB ) |
Wirkungsgebiet | Wissenschaft |
von LINBRUN (Johann Georg Dominikus) Kurfürstl. Oberlandes-Regierungsrath zu München. Er ward am reg="1714-01-10">10. Jäner 1714 zu Viehtach in Niederbaiern gebohren, wo sein Vater Kurfürstl. Land- und Pfleggerichtsschreiber war. Nachdem er zu Straubing, Prag, Salzburg, und Ingolstadt studirt, und die Rechte absolvirt hatte, wurde er Bergverweser am Rauschenberg in Oberbaiern, dann Kurfürstl. Pfleger zu Neumarkt in Niederbaiern, wo er sich mit der ältesten Tochter seines Amts Vorfahrers, mit Therese Rettinger verehelichte. Bey dem Ausbruch des unglücklichen Krieges nach dem Tode K. Karl VI. muste Linbrun zu Neumarkt vieles Ungemach dulden, auch sich für einige Wochen nach Linz als Geisel schleppen lassen. Bald darauf, nachdem der Friede hergestellt war, verwechselte er sein Pflegamt mit jenem zu Viehtach seinem Geburtsorte. In seinen Amtsgeschäfte freyen Stunden widmete er sich dem Studium der Mineralogie, Physik und Mathematik, zog sich den Ruf eines besonders geschickten Bergbauverständigen zu, und wurde im Jahr 1750 bey dem durch Grafen Sigmund von Haimhausen errichteten Bergwerks und Münzcollegium in Vorschlag gebracht, und nach München als Münz- und Bergrath berufen, auch zum wirklichen Hofkammerrath, und in der Folge zum Oberlandes Regierungsrath ernannt. Im J. 1757 wurde er von Seite Kurbaierns nach Wien gesendet, um sowohl mit den kaiserlichen, als andern Reichsständischen Abgeordneten, den so genannten Wienermünzconventionsfuß herstellen zu helfen, und erwarb sich bei diesem Geschäfte eine besondere Zufriedenheit der höchsten Theilnehmer. Kaiser Franz I. beschenkte ihn mit dem Reichsadelstand, und die Kaiserin Maria Theresia mit einer goldenen Kette, woran ihr Brustbild hieng. Er gehörte unter die ersten Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu München, und hatte Antheil an Errichtung derselben, ward auch 1759 Direktor der philosophischen Klasse. Linbrun war der Führer und Rathgeber vieler jungen Gelehrten im Unterricht für die praktische Anwendung mathematischer und physikalischer Wissenschaften. Nach dem Tod seiner ersten Gattin verehelichte er sich mit Barbara gebohrnen Gadner, des sel. geheimen Rathes von Kapler hinterlassenen Wittib. Er lebte stets sehr still und bescheiden, und in den letzten Jahren sehr einsam. Im Jahre 1787 wurde er auf den Münzconventtag nach Ulm abgeschickt, und wenige Tage nach seiner Zurückkunft zu München am 14. Junius desselben Jahres starb er an einem Schlagfluße. Im Druck erschien von ihm:
- 1. Beschreibung eines neuen Meßinstrumentes; in den Abhandlungen der Baierischen Akademie 1763. B. I. Abth. 2. S. 113--124.
- 2. Entdeckung einer römischen Heerstrasse bey Laufzorn und Grünewald, und daraus fließende Erläuterung der alten Geographie von Baiern; ebend. B. II. Th. 1. S. 93--138.
- 3. Versuch einer Verbesserung der Landkarten von Baiern; ebend. B. II. Th. 2. S. 343--360.
- 4. Versuch eines neuen chronologischen Systems über das Sterbejahr Jesu Christi; ebend. 1769. B. VI. dieser Versuch fällt den IV. B. der akad. Abhandlungen Th. I. S. 179--278 und den II. Theil. S. 1--230 aus, und enthält ausserdeme 12 Bogen Tabellen.
Vergl. Westenrieder’s Beyträge zur vaterländ. Historie B. I. S. 365--370. Westenrieder’s Geschichte der Baier. Akademie der Wiss. B. I. S. 10. 43. 109. 160. u. 295. Hirschings hist. lit. Handbuch B. IV. Abth. 1. S. 280. Meusel’s Lexikon verstorbn. Schriftst. B. VIII. S. 270. Rotermund’s Lexikon B. III. S. 1838. Ladvocats Handwörterbuch B. VIII. S. 258. Günthners Geschichte der Lit. Anstalten in Baiern B. II. S. 280.
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