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Andreas Udalrich Mayer (GND 100038689)


Daten
Nachname Mayer
Vorname Andreas Udalrich
GND 100038689
( DNB )
Wirkungsgebiet Politik, Wissenschaft


BSB Andreas Udalrich Mayer in der BSB

MAYER (Andreas Udalrich) Bischöflicher geistlicher Rath zu Regensburg. Von diesem Manne, der unter meine Freunde, und in den letzten 10 Jahren seines Lebens unter meine literarischen Correspondenten gehörte, lieferte ich bereits eine Biographie in Bocks und Mosers Sammlung von Bildnissen gelehrter Männer und Künstler Nürnb. 1802.) B. II. Heft VII. dann Biographische Notitzen in Kaplers Magazin für kathol. Religionslehrer (Landshut 1803.) B. I. S. 409, und Nachrichten von seinen Bücher- und Kunst-Sammlungen in meinen Reisen durch verschiedene Gegenden Teutschlands (Augsb. 1797.) B. II. S. 438--441. Er wurde am 4. Jul. 1732 zu Vilseck einem Bambergischen Städtchen, wo sein Vater Bürger und Rathsverwandter war, gebohren. Gleich nach zurückgelegten ersten Kinderjahren nahm ihn sein Onkel Dechant und Pfarrer zu Schligt, und nach dessen Tode sein zweyter Onkel Pfarrer Neuhauser in Hambach zu sich. Letzterer schickte ihn nach Amberg, wo er mit dem besten Fortgange die Gymnasialklassen besuchte, und die Philosophie, dann zu Bamberg Theologie und Kirchenrecht studirte, und in den Weltpriesterstand trat. Er kam hierauf als Hofmeister und Schloßkaplan nach Treffelstein in der obern Pfalz. Die viele Muße an diesem Posten benützte er zu seiner literarischen Ausbildung, und seine Einkünfte zur Anschaffung einer schönen Bibliothek. Da im Jahre 1766 Sterzinger zu München das Hexen- und Gespenster-System angriff, trat Mayer auf Sterzingers Seite, und machte sich dadurch um so mehr manche Mönche zu Feinden, weil er auch in einigen seiner Schriften klösterliche Mißbräuche und Anmaßungen angriff. Dafür erwarben ihm aber auch diese nämlichen Schriften Gönner und Freunde. Der Fürstbischof Fugger zu Regensburg berief ihn zu sich, machte ihn zum Hofkaplan und Konsistorialsekretär, und nahm ihn mit sich, bey verschiedenen Reisen nach Ellwangen, nach Mannheim, Cölln, nach Jülich, Aachen, Bonn, Mainz und Bruchsal, und gab ihm aus seine Bitte die Pfarrey zu Pondorf in der obern Pfalz, welche er aber nur zwey Jahre besaß, weil ihn der Fürstbischof abermals an das Konsistorium nach Regensburg berief, und ihn zum wirklichen geistlichen Rath machte. Die Akademie der Wissenschaften zu München ernannte ihn 1792 zum Mitglied an der historischen Klasse. Er war in seinen Amtsgeschäften eifrig und rechtlich, ein fleißiger Gelehrter, tolerant und dienstfertig. Sein Charakter war offen, sehr leutselig und munter. Doch änderten sich manche seiner Grundsätze in seinen letzten Jahren, und er konnte oder wollte nicht mehr mit dem Zeitgeiste, dem er doch früher immer vorsprang, gleichen Schritt halten. Auch wurden einige seiner letztern kleinen Schriften ganz mißlungene Produkte. Er starb am 14. November 1802. Seine -- den Thesaurus iuris eccles. und die Diss. hist. de Canonicis eccles. cathedr, Ratisb. welche unten n. 20. und 27. vorkommen, ausgenohmen -- sämmtlich anonym erschienene Schriften sind:

  1. 1. Blocksbergers sechs Sendschreiben an den Pater Agnellus März über seine Vertheidigung wider die schwülstige Vertheidigung der betrügenden Zauberei und Hexerei. 4. Nürnb. (Straubing) 1767. 24 Bog. [1]
  2. 2. Die nichtige und kahle Vertheidigung des P. A. März über die von Ferd. Sterzinger bey dem geistl. Rath zu Freysing gestellte Fragen. 4. 1767. [2]
  3. 3. Abhandlung vom Daseyn der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. 4. 1768. 25 Bog. [3]
  4. 4. Vertheidigung des Kurbaierischen Amortizationsgesetzes, der Guflischen Vertheidigung der klösterlichen Rechte in zeitlichen Dingen entgegengesetzt. 8. Nürnb. b. Lochner 1768. 224 S. Nachgedruckt in Wien, München, Salzburg und Cölln. [4]
  5. 5. Sendschreiben an Hrn. Vertheidiger des P. Gufls, in welchem die Erinnerungen an Hrn. Widerleger des P. Gufls beantwortet werden. 8. 1768.
  6. 6. Bona Clericorum causa proposita in Dissertatione canonico-historico-critica de Religiosis ac Monachis ab ecclesiis parochialibus et cura animarum amovendis, ad amicum suum a clerico diaeceseos Ratisbonensis. 4. Coloniae agrippinae. (Nürnberg) 1768. Vom Verfasser wurde der letzte Abschnitt auch ins Teutsche übersetzt: Beweis, daß die Ordensgeistliche und Mönche zur Selsorge unfähig und von den Pfarreien abzurufen seyen; aus dem Latein übersetzt und mit Anmerkungen begleitet. 8. (Nürnb.) 1769. [5]
  7. 7. Widerlegung des Bedenken und Untersuchung der Frage: ob man den Ordensgeistlichen die Pfarreien und Selsorge abnehmen soll, nebst einem Anhang, in welchem die Gründe einer Gegenschrift: Epistola canonico-critica ad clericum dioec. Ratisbon. geprüft und beantwortet werden. 1769.
  8. 8. Biga Dissertationum iuris publ. eccl. quarum prima de eo, quod iustum est supremo imperanti circa sublationem exemptionum, altera de eo, quod justum est principi circa suppressionem conventuum minorum religiosorum, exegesin proponit, una cum appendice, amotiones religiosorum a parochiis per summos imperantes factas vel faciendas propugnante. 4. (Nürnberg) 1770.
  9. 9. Anpreisung des gnädigsten Generalmandats Sr. Kurfürstl. Durchl. in Baiern, die dem Landesregenten zustehende Schutz- und Schirmgewalt über das Religions- und Kirchenwesen, und Kraft derselben gemachte Verordnungen wider etliche in Klöstern eingeschlichene Mißbräuche betreffend, den 2. Nov. 1769 abgefaßt von einem Patrioten. 4. Nürnb. 1770.
  10. 10. Tiburtii de Pigris epistola de restauratione seminarii primo reformationis cleri secularis medio ac fundamento. 4. Norimb. 1770.
  11. 11. Kilian Schwarzbart’s die vertheidigten Gerechtsame der Bischöfe, in Bemerkungen über die Gerechtsame der Regenten, nach den Bedürfnissen des Staats eigene Landesbischöfe zu ernennen. 8. Frankf. u. Leipz. (Regensb.) 1788. 76 S. [6]
  12. 12. Gründe wider die projektirte Zertrennung der alten und Errichtung neuer Bistümer. 8. Regensb. 1788.
  13. 13. Bemerkungen über die politische und kirchliche Macht, nach Grundsätzen des teutschen Staats- und Kirchenrechts, besonders in Bezug der neuesten Konkordate des Hochstifts Augsburg mit dem Kurf. Hofe zu München. 8. (Regensb.) 1786.
  14. 14. L. Weißmann’s kurze Bemerkungen über das Resultat des Emserkongresses, nebst Beylagen. 8. Strasburg (Regensb.) 1787. 6 Bog. [7]
  15. 15. L. Weißmann’s neue Bemerkungen über das Resultat des Emserkongresses, in welchen seine ersten Bemerkungen gegen einige vorläufige Bemerkungen vertheidigt werden. 8. 1788. 124 S. [8]
  16. 16. Das unjustifizirliche Betragen des Her. Zoglio Nuntius in München. 8. 1788. 158 S. [9]
  17. 17. Die nach den Grundsätzen des Emserkongresses vertheidigten Gerechtsame der Bischöfe gegen die Erzbischöfe, verfaßet von einem öffentl. Lehrer der Kirchengeschichte. 8. Paderborn (Regensb.) 1789 86. S. [10]
  18. 18. Bemerkungen über die Beleuchtung der zwey erzbischöfl. Schreiben von Kurtrier und Salzburg, wegen Decimations Verlängerung in den Pfalzbair. Staaten, samt einigen merkwürdigen Beylagen. Salzb. (Regensb.) 1789.
  19. 19. Geschichtmäßige Erörterung der Frage: ob es rathsam sey, daß die Stände des Reichs mit dem römischen Hofe in Vergleichsunterhandlungen sich einlassen? Nebst einigen Anmerkungen über die Schrift: Principia et monita edita occasione libellorum: Gedanken des Ludw. Böhmers über den Emserkongreß, und: Gründliche Entwicklung der Dispens- und Nuntiaturstreitigkeiten. 4. (Regensb.) 1789. 63. S. [11]
  20. 20. Anton Maler’s (Pseudonymus, wie oben Weißmann) Beyträge zu den Wahlkapitulationsschriften der teutschen Hochstifter. Erstes Stück, enthält die Widerlegung des von Hn Dürr für das Domkapitel zu Freysing verfaßten responsi iuris. 8. Leipz. (Regensb.) 1790. 142. S.
  21. 21. Rezension über die Rezension, welche gegen die Schrift: Was waren die Bischöfe in den alten Zeiten, und was sind sie nun? von Hr. Free erschienen ist. 8. 1790. 23. S. [12]
  22. 22. Kurpfalzbaierische Konkordaten, welche mit dem hochwürd. Bischof von Regensburg im J. 1789 abgeschlossen worden; herausgegeben und mit Anmerkungen begleitet von einem Weltpriester des Bistums Regenburg. 8. Straubing (Regensburg) 1790. 120. S. [13]
  23. 23. Die neueste Freysingische Wahlkapitulation vom 25. Hornung 1790 mit Asterisken und Dokumenten beleuchtet. 8. 1790. 144. S. [14]
  24. 24. Kurze Widerlegung der Schrift: Die ungültige Bischofswahl zu Freysing. 8. (Regensb.) 1791. 44. S. [15]
  25. 25. Thesaurus novus juris ecclesiastici potissimum germaniae, seu codex statutorum ineditorum ecclesiarum cathedralium et collegiatarum in germania, notis illustratus, atque dissertationibus selectis juris publici eccles. adiectisque animadversionibus adanotas. 4. Regensb. und Nürnb. b. Grattenauer. und Bamb. b. Göbhardt. Erster Band. 1791. 381. S. 2ter Band. 1792. 318. S. 3ter Band 1793. 648. S. 4ter Band 1795. 626. S. [16]
  26. 26. Dissertatio historica de rev. Canonicis ecclesiae cathedralis Ratisbonensis, qui pietate ac doctrina inclaruerunt. 4. Ratisb. 1792. 118 S. [17]
  27. 27. Widerlegung der Druckschrift: Neueste fürstbischöfl. Konsistorialverordnung wider die unenthalsamen Kleriker des Regensburg. Kirchensprengels, samt dem (ganz erdichteten) Gutachten darüber von Seite der Universitäten Ingolstadt, Würzburg und Göttingen. 8. 1796. [18]
  28. 28. Unpartheyische Prüfung der Staatsrechtlichen Bemerkungen über die neueste Bischöfliche Konsistorialverordnung wider die unenthaltsamen Kleriker. 8. 1796.
  29. 29. Schreiben an den Verfaßer der unpartheyischen Meynung über die neue Regensburgische Verordnung gegen unenthaltsame Geistliche, von Georg N. Pfarrer. 1796.
  30. 30. Kurze Remarken über die nothwendige Erläuterung der neuen lateinischen Konsistorialverordnung vom 7. Jäner 1796.
  31. 31. Kritiken und Erinnerungen über die Kurbaierische Verordnung in Betreff der Lyceistischen und gymnastischen Schulen. 8. Nürnberg 1800.
  32. 32. Responsum über die Frage: ob ein Kaiserlicher Precist, nebst dem optirten Kanonikat bey dem Domkapitel zu Regensburg auch die Capellaniam honoris optiren könne? 4. (Regensb.) 1802. 52. S.
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Fußnoten

  1. s. Allg. t. Bibl. B. 24. II. S. 614.
  2. s. Allg. t. Bibl. B. 24. II. S. 615.
  3. s. Münchner Int. Bl. 1768. S. 36. Allg. t. Bibl. B. 24.
  4. s. Allg. t. Bibl. B. 12. I. S. 380. Münchner Int. Bl. 1768. S. 177.
  5. s. Allg. t. Bibl. 13. B. II. S. 447. Schmidt instit. iuris eccl. wo B. 2. S. 12. die Streitschriften angeführt werden, welche die bona clericorum causa veranlaßte.
  6. s. Obert. Lit. Z. 1788. I. S. 1193. Jen. Lit. Z. 1789. III. S. 373.
  7. s. Schotts jur. Bibl. 1787. II. S. 376. Tübing. gel. Z. 1787. S. 353.
  8. s. Obert. Lit. Z. 1788. I. S. 488.
  9. s. Jen. Lit. Z. 1788. IV. S. 775. und 1789. III. S. 244. Obert. Lit. Z. 1788. IV. S. 2009. Allg. t. Bibl. B. 100. I. S. 87.
  10. s. Tübing. gel. Z. 1789. S. 511.
  11. s. Obert. Lit. Z. 1789. I. S. 385. Klübers Bibl. B. IV. St. 15. S. 318.
  12. s. Jen. Lit. Z. 1790 III. S. 431. u. Obert. Lit. Z. 1790. I. S. 1112.
  13. s. Jen. Lit. Z. 1790. III. S. 470.
  14. s. Erlang. gel. Z. 1793. S. 92.
  15. s. Allg. t. Bibl. B. 106. I. S. 382.
  16. s. Neue allg. t. Bibl. B. 20. II. S. 461. B. 26. II. S. 379. und Anh. z. B. 1--28. I. S. 101. Obert. Lit. Z. 1791. II. S. 697. 1792. I. S. 538. 1793. II. S. 255. und 1794. II. S. 904. Jen. Lit. Z. 1794. II. S. 105. Gött. gel. Z. 1794. II. S. 833. Würzburg. gel. Z. 1795. I. S. 86.
  17. s. Seilers Betracht. b. n. Schrift. 1793. Beyl. 31.
  18. s. Allg. t. Bibl. B. 30. II. S. 2.