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Tobias Pfanner (GND 122898435)


Daten
Nachname Pfanner
Vorname Tobias
GND 122898435
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft, Religion


BSB Tobias Pfanner in der BSB

PFANNER (Tobias) Rechtsgelehrter; zu Augsburg am 15. März 1641 gebohren. Sein Vater Tobias Pfanner war gräflich Oettingischer Rath. Er studirte am Gymnasium zu St. Anna in Augsburg, dann an den Universitäten zu Altdorf und Jena, worauf er sich noch einige Jahre in Gotha, wo er schon war, ehe er nach Jena gieng, und auch an dieser Universität Herzogliche Stipendien genoß, als Hofmeister verschiedener junger Edelleute aufhielt. Er wurde dann in Gotha Sekretär der fürstlichen Kanzlei und des Archivs, im J. 1680 Amtmann zu Saalfeld, und 6 Jahre hernach fürstlicher Rath der gesamten Ernestinischen Familie, daher er sich 1687 zu Weimar aufhielt. Im J. 1699 kam er nach Gotha zurück, wo er Hofrath und Archivar wurde, und am 23. November 1716 in einem Alter von fünf und siebenzig Jahren starb. Er war von Jugend auf, und in seinem ganzen Leben, schwarzer Melancholie, und der Hypochondrie ergeben, daher es ganz erklärbar wird, daß er von sich selbst bezeugte, wie er immer von heftigen innerlichen Anfechtungen geplagt ward. Es bleibt indessen merkwürdig, daß er, obwohl er ohne allem geselligen Umgang, ohne Erholung und Zerstreuung, ohne Frohsinn, und im steten innern Leiden lebte, doch ein hohes Alter erreicht hat. Seine Schriften:

Vergl. Universallexikon aller Wissenschaften und Künste B. XXVll. S. 1282--1284. Lexikon allg. historisches. Leipz. 1731. B. III. S. 328. Jöcher’s Gelehrten Lexikon B. III. S. 1485. Nachrichten unschuldige von theologischen Sachen. Th. 2. 7. 8. 12. 13. 24. 39. u. 44. Veith Biblioth. August. Alphab. XI. S. 144--152. Zapf’s Augsburg. Bibliothek B I. S. 312. Unpartheyische Kirchenhistorie Th. II. S. 643. Saxii onomast. literar. Th. V. S. 275. Analect. 628. Gryphii apparat. de scriptor. hist. sec. 17. illustr. S. 70. Hirsching’s hist. lit. Handbuch B. VII. Abth. 2. S. 111--114. Grohmann’s Handwörterbuch Th. VI. S. 69. Ladvocats Handwörterbuch B. III. S. 797.

  1. 1. Historia pacis germano-gallo-suevicae Monasterii atque Osnabrugae tractatae, et anno 1648 perfectae, ex ipsis rerum gestarum documentis et commentariis depromptae. 8. Irenopoli. 1679. Neue Aufl. ebend. 1681. u. Gotha 1697.
  2. 2. Historia Comitiorum anni 1652. 1653 et 1654. 8. Vinmariae. 1694. Francof. 4. 1698.
  3. 3. Systema Theologiae gentilis purioris. Basileae. 4. 1679. [1]
  4. 4. De praecipuis germaniae principum gentibus liber. Francof. 12. 1678. Nov. edit. Gothae 1679. Rudolphopoli 1682.
  5. 5. De Charismatibus seu miraculosis antiquae ecclesiae donis, Diatribe. Francof. 12. 1680. [2]
  6. 6. De Catechumenis antiquae ecclesiae. 12. ibid. 1688.
  7. 7. De ritibus ecclesiae antiquae amoenitates sacrae, quibus plurima S. Scripturae loca juxta seriem illorum philologice explicantur, illustranturque. Jenae. 4. 1681. [3]
  8. 8. Amoenitates S. Scripturae a patribus explicatae. Tomus. I. Jenae 12. 1694. Tomus II. Weimar. 1695.
  9. 9. Observationum ecclesiasticarum Pars I. Jenae 1694. Pars II. ib. 1695. [4]
  10. 10. Epistola ad amicum de Arcanis pacis Westphalicae.
  11. 11. Epistola ad Caesaris Banamici epistolam.
  12. 12 Veranlaßtes Bedenken von dem principio fidei historicae, wie selbiges auf den Gesandtschafts und andern Acten gegründet. 8. 1698. Dagegen schrieb Johann Peter Ludewig: Bedenken vom principio etc. Halle 1698.
  13. 13. Antwort auf Ludewigs Bedenken vom principio fidei historicae. 8. Jena 1699.
  14. 14. Unpartheyisches Bedenken über Gottfr. Arnolds unpartheyische Kirchen u. Ketzer Historie. 4. Gotha 1701.
  15. 15. Durch G. Arnolds Duplic veranlaßte Erläuterung seines unpartheyischen Bedenkens über die Arnoldische Kirchen u. Ketzer Historie. 4. eb. 1701.
  16. 16. Unparthezisches Bedenken von Johann Georg Rosenbachen. 12. Gotha. 1707. [5]
  17. 17. Verantwortung seines Bedenkens von J. G. Rosenbachen. Leipz. 1707.
  18. 18. Gegenerinnerung auf Johann Baptist Crophii Erinnerung an seine sowohl Gemüths als Geblütsfreunde. 1699.
  19. 19. Erinnerung und Anmerkungen über J. B. Crophii Schlußreden von der Unfehlbarkeit der katholischen Kirche. 1710.
  20. 20. Der berühmten heil. Kirchenlehrer gottselige Moralia über die jährlichen Sonn und Fest Evangelien. 8. Augsb. 1701.
  21. 21. Klagen über die Verstockung der Christen jetziger Zeit. 12. 1707.
  22. 22. Vorstellung des französischen Unfugs, und der österreichischen Befugniß zur Spanischen Succession. 4. 1707.
  23. 23. Christlicher Buß und Lebensweg. Leipzig. 8. 1710 u. 1722.
  24. 24. Auf Hrn. Andreas Huber, des innern Raths. Augsb.
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Fußnoten

  1. s. Struvii biblioth. philos.
  2. s. Lipenii biblioth. theol. B. 1. S. 544.
  3. s. Lipenii bibl. theol. B. 2. S. 678.
  4. s. Acta erudit. Lips. ad a. 1694. S. 167.
  5. s. Nachrichten unschuldige 1707. S. 172.