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Johann Justin Schierschmid (GND 121099431)


Daten
Nachname Schierschmid
Vorname Johann Justin
GND 121099431
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft, Politik


BSB Johann Justin Schierschmid in der BSB

SCHIERSCHMID (Johann Justin) Professor zu Erlangen. Er war am 27. Dezember 1707 zu Gotha gebohren, wo sein Vater Lieutnant bey dem Stadtbataillon war, und studirte zu Jena, dann, von 1730 an, zu Marburg, wo er 3 Jahre verweilte, und zugleich Privatunterricht in der Philosophie und Mathematik gab. Im Jahre 1733 erhielt er zu Erfurt die Magisterwürde, worauf er sich in Leipzig zwar die Erlaubniß, Vorlesungen zu halten, erwarb, aber damit wenig Glück machte, weil er mit zu vielem Eifer der Wolfischen Philosophie, welche noch viele Gegner hatte. Eingang verschaffen wollte. Im Jahre 1734 bekam er zu Halle das Doktorat der Rechte, und 1737 in Jena Bewilligung, öffentlich über Philosophie zu lesen, ward im folgenden Jahre zugleich Sachsen-Eisenachischer Regierungsadvokat, und Adjunkt der philosophischen Fakultät, dann 1739 ausserordentlicher Professor der Philosophie. Im Jahre 1740 trat er mit Johanne Sophie, der ältern Tochter des Coburgischen Syndikus Döbner, in eheliche Verbindung. Im Jahre 1743 folgte er dem Rufe als fünfter ordentlicher Professor der Rechte und der Philosophie, mit dem Charakter eines Rathes, auf die neu errichtere Universität zu Erlangen, wo er 1745 auch Professor der praktichen Philosophie, vierter Professor in der Juristenfakultät, und Hofrath wurde, und zugleich von 1746 bis 1748 das Syndikat versah; worauf er 1758 als dritter, 1760 als zweyter, und endlich 1767 als erster Professor der Rechte vorrückte. Er gab Anlaß zur Stiftung der Erlangischen Teutschen Gesellschaft. Im Jahre 1755 verlohr er das Gesicht, hielt sich zu Hause einen Vorleser, und gab noch einige Jahre, frey aus dem Gedächtniß, öffentlichen Unterricht an der Universität, erschien auch noch bis an sein Ende im Spruchcollegium, ob er gleich im Jahre 1776 mit dem Charakter eines geheimen Hofrathes, zur Ruhe gesetzt worden war. Er starb am 26. Dezember 1778. Seine Schriften:

Vergl. Memoria I. I. Schierschmid a G. C. Harlesio, nomine Univers, scripta. 4. Erlang. 1779. Delius Leben und Charakter Schierschmids. 8. Erl. 1779. Universal Lexikon aller Wissenschaften Th. 34. S. 1459. Weidlich’s Geschichte der jetzleb. Rechtsgelehrten Th. II. S. 418--424. Weidlich’s Nachrichten von den jetzleb. Rechtsgelehrten Th. III. S. 265--276. Mosers Lexikon der jetzleb. Rechtsgelehrten 2. Ausg. S. 231. Hallische Beyträge B. III. St. 10. S. 323. Fikenschers Gel. Geschichte der Univers. Erlangen Abtheil. I. S. 207--214. Hirsching’s Handbuch fortges. von Ernesti B. XI. Abth. 1. S. 56--63. Meusels Lexikon verstorb. Schriftsteller B. XII. S. 155--158. Ladvocats Handwörterbuch B. VI. S. 1843. Mylius blühendes Jena 1743. S. 165. und Zusätze S. 22. Bougine Handbuch der allg. Lit. Geschichte B. IV. S. 678.

  1. 1. Specimen juridicum de servitutibus, earundemve speciebus ad ductum institutionum Instinianearum methodo systematica conscriptum. 4. Marburgi 1731.
  2. 2. Diss. inaug. philos. de justitia civili eiusdemque speciebus. 4. Erfurti 1733, Stehet auch in seinen Elementis juris civilis.
  3. 3. Diss. philos. pro loco de pacto metu extorto justo et injusto methodo naturali evoluto. 4. Lips. 1733.
  4. 4. Diss. inaug. jurid. I. de imputatione culpae civili. 4. Hal. 1734.
  5. 5. Sendschreiben, darinnen Hrn. Aug. Friedr. Müllers Recht der Natur nach den Regeln der Logik untersucht, und verschiedene Febler desselben entdecket worden, auf Begehren junger Liebhaber zum Druck befördert. 8. Freyburg 1734.
  6. 6. Diss. II. de imputatione culpae circa contractus, cumprimis innominatos et reales. 4. Lips. 1735.
  7. 7. Diss. III. de imputatione culpae circa emtionem venditionem. ib. eod.
  8. 8. Elementa juris civilis, ad ductum Institutionum, methodo scientifica conscripta. 8. Hal. 1735.
  9. 9. Philosophia rationalis, sive Logica, in usum auditorii methodo scientifica proposita. 8. Lips. et Dresd. 1737.
  10. 10. Diss. philos. de principio determinationis praedicati ejusque usu. 4. Jenae 1737.
  11. 11. Diss. IV. de imputatione culpae circa locationem conductionem. ib. 1738.
  12. 12. Diss. epistolica de servitute temporaria, locatione conductione constituta. ib. 1738. Nomine Ioh. Frid. Seufferheld Hala-Suevi.
  13. 13. Diss. V. de imput. culpae circa contractus emphyteuseos, societatis et mandati. 4. ib. 1741.
  14. 14. Elementa juris naturalis, socialis et gentium, methodo scientifica conscripta, atque in usum caeterarum jurisprudentiae partium conciennata. Pars I. et II. ib. 1740.
  15. 15. Diss. jur. mat. de tutela occupatitia. ib. eod.
  16. 16. Progr. de testimonio impuberis quandoque admittendo. 4. Erlangae 1747.
  17. 17. Philosophia prima, seu Ontologia in usum auditorii, methodo scientifica proposita. ib. 1747. [1]
  18. 18. Diss. de furto qualificato. ib. 1751.
  19. 19. Allgemeine Regel, wer von den streitenden Partheyen bey einem Rechtshandel den Beweis zu übernehmen. 2te Aufl. eb. 1754. Stand früher als erste Auflage in den Erlang. gel. Anzeigen 1744 n. 42. S. 329 n. 44. S. 345 und n. 45. S. 353.
  20. 20. D. de dote liberorum separatorum. 4. ib. 1762.
  21. 21. D. de judice philosopho. ib. 1764.
  22. 22. Progr. de usuris ultra quincunces licet promissis non exigerdis. ib. eod.
  23. 23. Diss. de testamento coram solo judice non consiciendo. ib. eod.
  24. 24. Dilucidationes Pandectarum ad genuinam juris naturalis, gentium et civilis oeconomiam non minus ad usum fori hodiernum, accomodatae, variisque hinc in de responsis et rebus judicatis illustratae. Dilucidatio praeliminaris I. de jurisprudentia in genere. 4. Erlangae. 1765.
  25. 25. Diss. de interpretatione contra cum facienda, qui clarius loqui debuit. ib. 1766.
  26. 26. D. de domino directo vasallis oppignerando feudo consensum petentibus non difficili. ib. eod.
  27. 27. Viele, einzeln gedruckte, Gelegenheits-Gedichte.
  28. 28. Aufsätze in den Erlang. gelehrten Anzeigen.
  29. 29. Vorreden zu, von Andern herausgegebenen Werken.
  30. 30. Oekonomisches und rechtliches Responsum, ein strittiges Stürzen der Felder, und die dadurch angeblich abgehende Schaafweide betreffend; in H. F. Delius Fränkischen Sammlungen B. 5. St. 25. S. 31--44.
  31. 31. Rechtliches Urtheil, ein bey drey Wochen nach dem Contract gefallenes Pferd betreffend. eb. St. 32. S. 147--155.
  32. 32. Von einer angeblichen Bezauberung des Viehes. ebend. St. 37. S. 11--20.
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Fußnoten

  1. s. Leipz. gel. Z. 1748 n. 74.