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Joseph von Ullheimer (GND 100673430)


Daten
Nachname von Ullheimer
Vorname Joseph
GND 100673430
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft, Politik


BSB Joseph von Ullheimer in der BSB

von ULLHEIMER (Joseph) Direktor der obersten Justizstelle zu Bamberg; daselbst 1747 gebohren. Er studirte daselbst, und in Göttingen die Rechtswissenschaft, wurde 1771 zu Bamberg beyder Rechte Lizentiat, dann 1773 Fürstbischöflich Bambergischer und Würzburgischer Hofrath, Doktor der Rechte, und Professor des teutschen Staatsrechts an der damaligen Universität zu Bamberg, nachher auch Hofkammerkonsulent, Prokurator, und Fiskal. Auf die Präsentation der katholischen Stände des fränkischen Kreises erhielt er 1789 die Stelle eines Kammergerichts Assessors zu Wetzlar, welche er bis zur Auflösung der teutschen Reichsverfassung bekleidete. In dieser Epoche wurde er von der Bairischen Regierung als Direktor der obersten Justizstelle in Franken, nach Bamberg zurückberufen. Als durch eine neue Organisirung der Verwaltungsformen des Königreichs die höheren Justiztribunale in ein einziges, zu München niedergesetztes, Oberappellationsgericht vereinigt wurden, blieb Ullheimer, dem man die Unannehmlichkeit einer Versetzung ersparen wollte, in Bamberg zurück, um eine ihm bequemere, und seinen gelehrten Kenntnissen und Verdiensten angemessene, neue Bestimmung zu erwarten, die er aber, am 17. März 1810 durch den Tod übereilt, nicht mehr erlangte. Allenthalben, wo er wirkte, erwarb er sich das Lob eines vorzüglichen, bewährten, und thätigen Geschäftsmannes, eines gründlichen Rechtsgelehrten, und eines bescheidenen edlen Menschen. Seine Schriften:

1. Partes universae cruditionis prout vel completa earum systemata, aut prima saltem initia extant, in tabula synoptica repracsentatae. fol. Bambergae 1768.
2. Diss. inaug. de potestate punitiva ecclesiastica et seculari, neo non utriusque objectis, tam in genere, quam in specie. Subjungitur conspectus systematicus universae Jurisprudentiae tam naturalis quam positivae. 4. ib. 1772. Erschien später auch als Commentatio etc. 4. Francof. et Lips. 1774. 112 S.
3.* Ad Concordata nationis Germanicae integra documentorum Fasciculus I -- IV. Francof. et Lips. 8. 1775--1778.
4. Diss. de Jurisdictione supremorum imperii tribunalium in causis feuda mediata concernentibus ob continentiam causarum non fundata. 4. Bamb. 1776.
5. De litteris informatoriis, in causis subditorum contra superiorem decernendis in Camerae Imperii Processibus necessario permittendis. 4. ibid. 1777.
6.* Ungrund des sogenannten Reichsfriedensschlußmäßigen Revisiongerichts über die Urtheile des kaiserlichen u. Reichskammergerichts, aus nicht vorgeblich, sondern wirklich ächten Urkunden, von einem Patrioten impartheyisch vor Augen gelegt. 4. 1777.
7. Zugabe zu dem Ungrunde des sogenannten Reichsfriedensschlußmäßigen Revisionsgerichts. u. s. w. 4. 1777.
8. De Agnato Dominove Vasalli absentis utut nobilis immediati curatore, atque ad reddendas haeredibus allodialibus rationes minime obligato, sed vasallo, ejusve prole mascula haud reduce fructus feudi suos faciente. ib. 1778.
9. Diss. Num remedium restitutionis in integrum cum remedio revisionis in Camerae Imperialis judicio conjungi possit? ib. 1778.
10. Unter dem Nahmen Riphelius von Solemel: Auch ein Entschädigungsplan an den Friedenskongreß zu Rastadt. 8. 1798. 22 S.
11.* Studienplan für das Kaiserliche katholische Fundationsgymnasium in Wetzlar. 8. Wetzlar 1804.
11.* Antikritik: Mea mihi Conscientia pluris est, quam omnium Sermo. Cicero. 8.
13. Abhandlungen in Vahlkampfs Reichskammerserichtlichen Miscellen B. I. Heft 1. no. 3. 4. 5. 6. B. II. Heft 1. n. 6. u. Heft 2. n. 10.

Vergl. Weidlich’s biogr. Nachrichten von jetzt leb. Rechtsgelehrten Th. II. S. 421. Meusel’s gel. Teutschland B. VIII. S. 161. u. B. XVI. S. 61. Chronik Fränkische 1809. n. 32. S. 505 --508. Chronik Fränkisch. Würzburgische 1810. n. 17. S. 257--259. Baur’s Handwörterbuch merkw. im 1. Jahrzehend des 19. Jahrh. gest. Personen B. II. S. 631. Pütter’s Literatur des teutschen Staatsrechts Th. II. S. 65. Harl’s allgem. Kameral Korrespondent 1810. S. 193. Jäck’s Pantheon der Literaten Bambergs Heft VII. S. 1122--1125.


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