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Gregorius Zallwein (GND 100707068)


Daten
Nachname Zallwein
Vorname Gregorius
GND 100707068
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion, Wissenschaft


BSB Gregorius Zallwein in der BSB

ZALLWEIN (Gregorius) Benediktiner zu Wessobrunn; gebohren am 20. Oktober 1712 zu Oberviechtach in der obern Pfalz. Im J. 1733 legte er in dem Baierischen Benediktinerkloster Wessobrunn die Ordensgelübde ab, und, nachdem er im Orden die Theologie gehört hatte, studirte er an der Universität zu Salzburg die Rechtswissenschaft, welche er 1739 mit großem Lobe absolvirte. Nach seiner Zurückkunft in das Kloster wurde er Novitzenmeister, und 1744 Prior, aber bald darauf vom Fürstbischof Joseph Maria Graf von Thun zu Gurk nach Kärnthen als Professor der Theologie, Kirchengeschichte, und des geistlichen Rechts in das neu errichtete Priesterseminar berufen, welcher Stelle er 4 Jahre lang mit ausgezeichnetem Beyfall vorstand. Im J. 1749 kam er wieder nach Salzburg, wurde Doktor der Rechte, Erzbischöflicher geistlicher Rath, und ordentl. Professor des Kirchenrechts an der Universität. Mit ihm begann in Salzburg, wo seine Vorgänger blos das Corpus juris canonici lehrten, eine neue glückliche Epoche des Kirchenrechts. Er beleuchtete selbst die Urquellen des geistlichen Rechtes mit der Fackel der Geschichte; er versuchte die Gränzlinien zwischen Päbstlicher, Bischöflicher, und landesfürstlicher Gewalt zu zeichnen, und verbreitete sich in seinen Vorlesungen über das gesamte, sowohl öffentliche als Privatkirchenrecht, wobey er auch die Schriften der Protestanten nicht unbenützt ließ. Besonders machte er sich um seine Zuhörer auch dadurch verdient, daß er sie mit dem, bis dahin in Salzburg sehr vernachläßigten, allgemeinen Teutschen, und dem besondern Salzburgischen Kirchenstaatsrechte bekannt zu machen suchte. Am 2. April 1759 wurde er zum Rektor Magnificus der Universität erwählt, und vom Erzbischof zum wirklichen geheimen Rath ernannt. Er führte das Rektorat bis an seinen Tod mit Weisheit und Eifer. Arme Studierende, an denen er besondere Talente entdeckte, erhielten durch ihn immer reichliche Unterstützungen. Durch allzugrosse und ununterbrochene Anstrengung seiner Geisteskräfte, besonders aber durch das viele Nachtwachen, untergrub er sein Leben, und starb 54 Jahre alt, am 9. August 1766. Schriften:

Vergl. Bibliotheca nova eccles. Friburgensis. Vol. VI. Fasc. 3. S. 444. Zauner’s biograph. Nachrichten von Salzburg. Rechtslehrern. S. 101--109. Verzeichniß aller akad. Professoren zu Salzburg. S. 112. Hirsching’s hist. literar. Handbuch fortges. von Ernesti B. XVII. S. 82--84. Meusel’s Lexikon verst. Schriftst. B. XV. S. 349--351. Zauner Syllabus Rectorum Magnificorum Univers. Salisburg. S. 22--24. Trauerrede auf den Hintritt P. Gregor Zallwein von Rupert Gutrath. Fol. Salzb. 1766. Todten-Rotul von Wessobrunn. Fol. 1766. Ladvocat’s Handwörterbuch B. VIII. S. 963.

  1. 1. Dreyfach sichtbarliche, in Maria der Mutter Gottes erneuerte, Sendung des heiligen Geistes, und daraus erfolgte Ehren Cron; in der Beschreibung von der Krönung der Mutter Gottes Maria Trost in Plain. Salzburg. 1751.
  2. 2. Disputatio prima de jure canonico in genere, et praecipue trium primorum Saeculorum. 4. Salisb. 1752.
  3. 3. Godefridus, des Uralt hochlöblichen Stift und Klosters St. Peter in Salzburg würdigster Abt; als ein in der Lehrschul Christi Gelirniger Lehrjünger, und nachmahls vollkommener Lehrmeister der christlichen Sanftmuth und Demuth, bey seiner höchst betrübten Leich Begehung vorgestellt. Fol. Salzb. 1753.
  4. 4. Höchst beglückte Schiffahrt und reicher Fischzug Petri, in dem Hochw. Hrn. Gregorio des Klosters Tegernsee würdigsten Abten, an dem hohen Ehrentag seiner fünfzigjährigen heiligen Profeßion sittlicher Weiß erneuert. Fol. Tegernsee. 1753. 14 S.
  5. 5. Corona triplex celsiss. ac Rev. D. Sigismundo Christoph. S. R. J. Principi et Archiepiscopo Salisburgensi, in solemni confirmatione D. Joannis Baptistae ex S. R. J. comitibus de Turri, Tassis, et Valsassina, una cum Actis confirmationis humillime oblata. fol. Salisb. 1754.
  6. 6. Fontes originarii juris canonici, adjuncta historia ejusdem juris per priora quatuor Ecclesiae Saecula. 4. ibid. 1752. Nova edit. ib. 1755. 16 Bog. [1]
  7. 7. Jus ecclesiasticum particulare Germaniae ab aera Christi usque ad Carolum IV. imp. Dissertatio I. ibid. 4. 1757. Diss. II. ab aevo Caroli IV. usque ad nostra tempora. 4. ib. 1757.
  8. 8. Diss. de statu Ecclesiae, de Hierarchia in statu Ecclesiae, et praerogativis Ecclesiae Salisburgensis in Hierarchia ecclesiastica. ib. 4. 1757.
  9. 9. Collectiones juris ecclesiastici antiqui et novi, a primordiis Ecclesiae usque ad decretum Gratiani. Diss. I. ib. 1760. Diss. II. Collectiones juris ecclesiastici novi et novissimi, a Decreto Gratiani ad nostra tempora. ib. 1760. [2]
  10. 10. Principia juris ecclesiastici universalis et particularis Germaniae. IV. Tomis comprehensa. 4. Aug. Vindel. 1763. Enthalten auch die oben angezeigten umgearbeiteten Abhandlungen. Editio II. priore multum emendatior, et locupletiore indice provisa, cui etiam, praeter nonnullas adnotationes, brevis synopsis de vita Auctoris accessit. Tomus I. in quo agitur de jure ecclesiastico in genere, et illius fontibus originariis. Tomus II. in quo agitur de collectionibus juris ecclesiastici universalis antiqui, novi et novissimi; item de auctoritate, usu, et studio illius. Tomus III. de statu ecclesiarum germanicarum, jure particulari ecclesiastico antiquo et novo Germaniae et ejusdem collectionibus. Tomus IV. in quo agitur de statu Ecclesiae, Hierarchia ecclesiastica, libertatibus Ecclesiarum ita dictis, vel potius earum praerogativis, praecipue Ecclesiae Metropolitico-Salisburgensis. Diese 2te Ausgabe ward durch Prof. Damascen Kleinmayrn besorgt. 8. Aug. Vindel. 1781.
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Fußnoten

  1. s. Regensb. gel. Z. 1752. S. 224.
  2. s. Reg. gel. Z. 1760. S. 301.