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Egid Asam (GND 118504614)


Daten
Nachname Asam
Vorname Egid
GND 118504614
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Egid Asam in der BSB

Asam (Kosmas Dominian und Egid) deren jener zu Benediktbaiern, und dieser zu Tegernsee in Baiern gebohren wurde. Diese beiden Brüder, deren sich der erste der Malerkunst widmete, der zweite aber die Bildhauerkunst und Stuckaturarbeit erlernte, studirten in Rom, woselbst Kosmas in dortiger Akademie den ersten Preis erhielt. Kosmas arbeitete in Oel, und auf nassem Kalke. In Freskogemälden[1] bestand die ihm eigene Stärke. Sein Pinsel war kräftig und keck. Harmonie der Farben zeichnet sich in seinen Gemälden besonders aus, seine Figuren sind gut gezeichnet, geordnet und gehalten, schön gruppirt, und im Einklange handelnd dargestellt, seine Einbildung ist feurig, und seine Erfindung geistreich. Aber ebendaher sein großer Ruf im Inn- und Auslande. Beide Brüder ließen sich in München häuslich nieder, und des Kosmas Lieblings-Wohnsitz, Tusculum möchte ich sagen, war Thalkirchen, ein Wallfahrtsort, unfern dieser Residenzstadt, wo er sich das dortige Schlößchen mit einer Kapelle[2] erbaute. Mehrere Kirchen Baierns besitzen Denkmäler ihrer Kunst, wovon ich folgende anführen will. Zu München verfertigten die beiden Brüder die mittlern Hauptstücke der Oberdecke in der heil. Geistkirche. In der größern lateinischen Kongregation hieng ein Gemälde in Oel von Kosmas D. Asam, den heil. Bruno vorstellend Das schönste und herrlichste Munument ihrer Kunst ist die Johannes-Kirche an der Sendlinger Gasse, die Egid Asam auf seine Kosten i. J. 1733. erbaute, und 1746 vollendete. Beide Brüder wetteiferten, sich an Kunst zu übertreffen, daher auch diese Kirche mit Verzierungen auf allen Seiten überladen ist. Westenrieder’s Beschr. v. München. S. 177. In der nunmehrigen Pfarrkirche zur heil. Anna am Lehel[3] bei München hat K. D. Asam das Plafondgemälde im Jahre 1729. verfertiget; die Stuckaturarbeit aber ist von seinem Bruder Egid, ferner malte er in dieser Kirche das Choraltarblatt in Oel, die Heiligen Joachim und Anna vorstellend, dann den heil. Hieronimus und den heil. Peter v. Pisa für die zwei ersten Seitenaltäre. In der nunmehrigen Damenstifts-Kirche zur heil. Anna in München ist das Plafondgemälde ebenfalls vom K. D. Asam gearbeitet. In der ehemaligen Klosterkirche zu Fürstenfeldbruck, unweit München, sind die Freskogemälde vom Kosmas, die Stuckaturarbeiten aber vom Egid Asam. In der Damenstiftskirche zu Osterhofen ist die Muttergottes mit dem Jesuskinde, und die Familie ganz stuckaturt von Egid Asam; vom Kosmas Asam aber sind die dortigen Altarblätter: Johann der Täufer, und Johann Evangelist gemalt. Auch befindet sich in dieser Kirche ein Altarblatt: der heil. Schutzengel, das Asams Sohn soll gemalt haben. Das Innere der ehemaligen Klosterkirche zu Alderspach wurde von diesen beiden Brüdern 1720. mit Freskogemälden und Stuckaturarbeit geziert, auch befindet sich dort ein Seiten-Altarblatt vom Kosmas Asam, die heil. Ursula vorstellend. Da Asam im Ursulinerkloster zu Straubing zwei Töchter hatte, so malte er in die Kirche dieser Nonnen das Choraltarblatt: Mariens Empfängniß, und zwei Seitenaltarblätter: Die Familie Christi, und den heil. Augustin. Auch dekorirten er und sein Bruder Egid das Innere dieser Kirche mit Freskogemälden und Stuckaturarbeit, und verehrten dem Nonnenkloster zwei Gemälde Joseph und Maria. Zu Ingolstadt ist das im dortigen Kongregations-Saale herrlich gemalte und mit Stuckaturarbeit gezierte Plafond ein Kunststück dieser Brüder. Mederer’s Geschichte von Ingolstadt. (Ingolst. 1807.) S. 280. Die Malereien der St. Emerams Kirche zu Vöring, unweit München, sind ebenfalls vom K. D. Asam. Eben so zu Freising in der Domkirche. Nebst diesen zierten diese Brüder mehrere Klosterkirchen Baierns durch ihre Kunst, worunter sich die von Weltenburg besonders auszeichnet, wo K. D. Asam auch eine Kapelle erbaute, und mit Gemälden verschönerte. Im Auslande malte Asam das Stiegenhaus im Schlosse zu Mannheim, und entwarf die Skizze zum Plafond der dortigen Jesuitenkirche. Im Jahre 1730 malte er in der Schweitz die Kirche zu Maria Einsiedl auf nassem Kalke, und zu Innsbruck das Gewölbe der Pfarrkirche zum heil. Jakob. Zu Regensburgplazierte sein Pinsel die dortige Klosterkirche zum heil. Emeram, und eben so die Klosterkirchen zu Weingarten, auf dem Bernardsberge u. s. w. Seine letzte Arbeit war zu Friedberg in Baiern, wo er die Kirche ausserhalb dieser Stadt, Herrgottsruhe genannt, malte. Hagedorn lettre à un amateur de la peinture etc. (Dresde 1755.) p. 301. Johann Kasp. Füßli Gesch. und Abbildung der beßten Maler in der Schweitz (Zürich 1770.) B. III. S. 127. Westenrieder’s Beschb. der Stadt München. S. 337. K. D. Asam verfertigte auch in der Kapuziner Kirche zu Sulzbach (im Nabkreise) das Altarblatt, und für das Kapuziner Kloster in Regensburg den Longinus, wie er dem am Kreuze hangenden Christus das Herz mit der Lanze durchsticht. Eben diesen Mönchen malte er für die Klöster München und Straubing das heilige Grab. F. J. Lipowsky Gesch. des Kapuz. Ordens in Baiern. (München 1804.) S. 87. §. 129.) Das schöne heilige Grab, das sich sowohl durch seine vortreffliche Architektur, als auch durch seine Komposition, und gut gemalten Figuren in der ehemaligen Jesuitenkirche zu Amberg, der Hauptstadt im Nabkreise, so herrlich darstellte, und imponirend auf jeden Menschen, der es sah, wirkte, malte Asam. Egid Asam verfertigte aus Holz in der Petri Pfarrkirche zu München den heil. Peter auf dem Throne sitzend[4], dann das Portal zur Johann von Nepomuk Kirche an der Sendlinger Gasse aus Marmor. v. Rittersäusen am a. O. S. 109. 139. 145. 148. 153. u. 155. Die beiden Brüder Asam zierten auch das Innere der Maria Hilfskirche bei Amberg mit Fresko-Gemälden und Stuckaturarbeiten. Jos. v. Destouches statistische Beschreibung der Oberpfalz. (Sulzbach 1809.) Th. III. S. 150. Christ. v. Mannlich am a. O. S. 30. Von Kosmas Asam ist auch die Kuppel über der Treppe im königl. Schlosse zu Schleißheim auf nassem Kalk gemalt, das die Venus vorstellt, wie sie für den Aeneas beim Vulkan Waffen bestellt. Im Hintergrunde sieht man die trojanische Flotte. Auch das Plafond in der dortigen Hofkapelle ist von ihm gemalt, und stellt verschiedene Handlungen aus der Lebensgeschichte des heil. Maximilians vor. Jak. Dorner königl. Gallerie-Vizedirektors Mspt. über Malereien zu Schleißheim. v. Obermayr Mspt. Zu Straubing in der Pfarrkirche sind sieben Altarblätter: die sterbende Maria, die Teufe Christi, Anna, Bartholome, der Apostel Andreas, der Martertod des heil. Tiburtius, und die heil. Kunegunde von ihm gemalt. In der Domkirche zu Freising ist das Altarblatt: das Abendmal, von ihm. Meidinger. S. 170.


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Fußnoten

  1. Freskogemälde sind in Deutschland schon sehr alt. Heinrich I. Kaiser von Deutschland ließ schon seinen über die Ungarn erhaltenen Sieg in einem Saale zu Merseburg auf desselben Mauern so künstlich malen, daß man die Sache selbst zu sehen glaubte. Hunc vero triumphum --- ad Merseburgum Rex in Superiori coenaculo dumus per ξωγϱαφιαν (i. e. picturam) notari praecepit, adeo, vt rem veram potius, quam verisimilem videas. Luitprand. L. II. c. 9. ap. Murat. T. II. p. 438. Es ist auch wahrscheinlich, daß diese Art Malerei in Deutschland früher, als die auf Leinwand, und überhaupt mit Oelfarben eingeführt werden.
  2. Diese Kapelle hieß Maria Einsiedel, und steht gegenwärtig nicht mehr, da sie der Käufer des Schlosses zu Anfang das 19. Jahrhunderts niederreissen ließ.
  3. Ehedem war sie die Kloster-Kirche der Hieronimitaner.
  4. S. Faistenberger, (Andreas.)